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01. Dezember 2012

Vom Begeisterungsfaktor zur mittlerweile vom Nutzer vorausgesetzten Pflichtanforderung: Usability ist das Unterscheidungsmerkmal des 21. Jahrhunderts

Varianten- und Designvielfalt der Produkte nehmen zu, andererseits gleichen sie sich immer mehr. Und technischer Vorsprung ist nur sehr schwer zu erzielen. Umso wichtiger ist es, dass Produkte in der täglichen Benutzung überzeugen. Denn hier erlebt der Kunde ihre tatsächliche Qualität.

Unter den bahnbrechenden und beliebten Produkt-Neuheiten der jüngsten Jahre waren genau jene erfolgreich, die bei Bedienung und Nutzerfreundlichkeit neue Wege gingen und damit Trends für ganze Branchen gesetzt haben.

iDrive
BMW hat mit dem 2001 erstmals vorgestellten iDrive die Bedienung der Automobile revolutioniert. Zunächst sehr kritisch betrachtet, ist der iDrive mittlerweile zu einem Standard nicht nur in der Automobil-Industrie geworden. Das Konzept verbindet auf eine äußerst selbsterklärende Art einen Dreh-Drückregler mit vier zusätzlichen Cursorfunktionen, die durch Kippen gewählt werden. Hinzu kommen benachbarte Hot key-Tasten für die Schnellwahl in bestimmten Menüs sowie eine Zurück-Funktion. Der iDrive macht viele Bedientasten im klassischen Auto-Cockpit überflüssig, schafft eine bessere Übersichtlichkeit und gleichbleibende Bedienung bei allen Fahrzeugtypen. 

iPhone
Mit dem im Juni 2007 eingeführten iPhone hat Apple die Welt der Mobiltelefone revolutioniert. Nicht, weil man mit dem iPhone besser telefonieren kann, sondern durch die völlig neuartige Steuerung eines Telefons mittels Multi-Touch-Screens. Hinzu kommt die erstmals wirklich sinnvolle Vernetzung der verschiedenen Nutzungskonzepte mobiler Kommunikation wie Internet, Terminkalender, Musik oder Informationsdienste unzähliger anderer Anbieter über individuell wählbare und offen entwickelbare Anwendungen (Apps). Die Bedienung durch Berühren statt Klicken ermöglicht durch intuitive Gesten wie Wischen oder Aufziehen (Zoomen) eine völlig selbsterklärende, schnelle und einfache Steuerung in weniger Schritten.

Die erstmalige Entwicklung des iPhones und dieser neuartigen Nutzer-Schnittstelle hat Apple etwa 150 Millionen Dollar gekostet – vor dem Hintergrund von etwa 35 Millionen iPhones pro Quartal (Stand 1. Quartal 2012) und bisher etwa 271 Millionen verkauften iPhones ist das jedoch eine Kleinigkeit. Und stellen Sie sich mal vor, wie viele Telefone Apple verkauft hätte ohne diese neue Bedienung oder wenn ein bereits im Jahr 1985 zum Patent angemeldeter Designentwurf verwirklicht worden wäre...

Erwartung für andere Produktwelten
Inzwischen setzen Käufer diese neuartigen Bedienungen auch als Standard für andere Produkte und Anwendungen voraus; schließlich sind sie Multi-Touch-Screens und Dreh-Drückregler von ihren Mobiltelefonen und Autos gewöhnt. Eine Bedienung über eine klassische Folientastatur oder einfache Hardware-Taster stempeln sie fast sträflich als "antiquiert" ab – auch wenn diese Technologien oft auch zukünftig noch bei bestimmten Anforderungen ihre Berechtigung haben. So lassen sich zum Beispiel Touch-Displays in der Medizin kaum mit Einmalhandschuhen und Wisch-Gesten bedienen, da das Gummi auf dem Display bremst.

Best Practice
Neben der Auswahl der Taster und Displays (HMI oder Mensch-Maschinen-Schnittstelle) gilt es vor allem die Menü-Abläufe und Bedienungsschritte intelligent, nutzerfreundlich und selbsterklärend zu ordnen. Gleichzeitig müssen sie an die Schnittstellen (z. B. Touch, Tastenbelegung) angepasst werden.

Gerade in diesem Bereich können eine große Wertschöpfung und ein hoher wahrnehmbarer Innovationsgrad erzeugt werden, da viele Systeme über die Produkt- und Software-Historie nur erweitert und ergänzt und so oft sehr undurchsichtig geworden sind. Neue Möglichkeiten für die Anordnung und Gestaltung der Screen- und Menüinhalte eröffnen sich heute durch die Trennung der eigentlichen Systemintelligenz/Funktionssoftware und einer darauf aufgesetzten reinen Visualisierungs- und Interaktionssoftware (wie z. B. QT oder VisiWin), die Nutzung von Anzeigehardware mit eigenen embedded-Prozessoren und leistungsstarken Grafikengines.

Vor der Gestaltung der Screen-Inhalte (Graphic User Interfaces oder GUI) müssen das Bedienkonzept und die Navigation abgestimmt werden auf die verschiedenen Nutzer und ihre Anforderungen (regular user, frequent user und super user/Administrator). Ziel ist ein Vorausahnen der nächsten Aktionen des Nutzers (z. B. Bestätigen, Werteingaben, zurück zum Hauptmenü) und das entsprechende Anordnen der Tasten für eine möglichst einfache wiederholbare Bedienung. Sicherheitskritische Funktionen können so bewusst herausgestellt und gesichert werden, in dem sie der Nutzer außerhalb der "blind" bedienten Bereiche bestätigen muss.

Hilfreich sind dabei einige Anwendungsbeispiele aus drei bis vier typischen, aber auch extremen Menüfolgen, die einem Ablaufplan zugeordnet werden. Auf dieser Grundlage können dann Wireframe-Screens erstellt werden, die zunächst nur die Position, Größen und Belegung der Tasten und Funktionen auf den Screens darstellen. Als Klick-Dummies programmiert dienen sie zu ersten einfachen Validierungen im Projektteam oder in Nutzer-Gruppen. 

Für umfangreichere Projekte in kritischen Bereichen der Medizintechnik, automotiver oder autonomer Systeme müssen Usability Engineering Files als Lastenhefte zu den konkreten Nutzungsfällen erstellt werden. Als Orientierung dienen unter anderen Normen wie die DIN ISO 9241 und die umfangreiche US-Usability-Normen Human Factors for Medical Devices – IEC 62366 and ANSI/AAMI HE75.

BUSSE Design+Engineering hat seine Leistungen in diesem spannenden und zukunftsweisenden Bereich durch interne Ressourcen und externe strategische Partner erweitert und vertieft. Für Kunden wie Prinoth und Palux (wir berichteten bereits) wurden erfolgreiche Projekte verwirklicht. Zahlreiche weitere Interface-Entwicklungen aus diesem Jahr werden bereits Anfang 2013 veröffentlicht. Gerne unterstützen wir auch Sie bei dieser wichtigen Komponente der Usability- und Interface-Gestaltung für Ihre nächste Produktentwicklung.

Ihr Ansprechpartner bei BUSSE:
Felix Timm, Geschäftsführer
Tel.: +49 (0)7308 811 499 23, 
timm@busse-design.com

 

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